Samsung Note 3 Neo friert ein / erwacht nicht aus dem Standby / reagiert nicht mehr

note-3-neoWer meine (vorläufige? endgültige?) Lösung des Problems gleich wissen will, überspringe meinen Erfahrungsbericht.

Am 26. August dieses Jahres erhielt ich mein neues Smartphone. Nein, es ist ja gar kein Smartphone, sondern ein „Phablet“. Ich sage jetzt nicht, was ich über die Erfindung dieser sinnfreien Worthülse denke. Und schon gar nichts über die armselige trübe Birne, die sich das ausgedacht hat.

Wie immer bei neuer Technik war die Vorfreude groß. Freilich, wie erwartet, bot sich mir der Anblick eines ganz schönen Brummers. Es ist eigentlich zu groß für die Brusttasche am Männerhemd, aber dennoch zu klein, um es als Schneeschaufel zu benutzen.

Aber endlich ist der Stift, neudeutsch „Stylus“ genannt, immer am bzw. im Gerät und ich muss ihn nicht separat mitschleppen. Außerdem kann der noch mehr als nur schreiben. Das Display reagiert auf ihn bereits, wenn er einen Zentimeter darüber schwebt. Er hat einen Knopf und wenn man ihn drückt, gibts ein Geräusch. Es passiert auch irgend etwas. Doch was genau, das bleibt mir vorerst ein Rätsel.

Ich verpflanzte zunächst die SIM-Karte (mini) aus meinem S3 ins Neo. Dann verfuhr ich gleichermaßen mit der 64-GB-Speicherkarte, schloss den Akkudeckel und bootete das Gerät. Herrlich!

Nach einer Stunde Konfiguration gemäß individuellen Wünschen – wer bitte braucht Gesichtserkennung oder Wischgesten mit der ganzen Hand, damit entferne ich höchstens die Brösel vom Küchentisch – sowie der Befriedigung meines Spieltriebs ließ ich das Teil in Ruhe aufladen. Von nun an gehörte es zur Familie. Nie Gießen, Füttern oder Gassi gehen. Und es widerspricht nicht.

Endlich kein tägliches Aufladen mehr!

Nach einigen Tagen stellte ich erfreut fest, dass der Akkuverbrauch über Nacht trotz WLAN stets nur etwa 4% beträgt. Alle Achtung!

Eines schönen Morgens legte ich vor dem Frühstück das Gerät auf den Tisch. Als ich 10 Minuten später kurz die Home-Taste betätigte, um geschwind die Uhrzeit abzulesen, geschah nichts.

Wie jetzt? Schwarzer Adler auf schwarzem Grund oder was? Ach, da hatte ich bestimmt nicht fest genug gedrückt. Oder mein Neo war noch nicht richtig wach. Also nochmal.

Wieder nichts. Ich probierte es mit der Einschalttaste. Keine Reaktion. Einschalttaste mal länger drücken, so 10 Sekunden? Ebenfalls keine Reaktion. Das Teil war ein Brick! Zumindest für den Augenblick.

Das Frühstück dauerte also länger als vorgesehen.

Ein „totes“ Smartphone braucht am wenigsten Strom

Na gut. Man liest das ja bisweilen, dass so etwas mal passieren kann. Also pfriemeln wir eben rückseitigen Deckel ab und reißen den Akku raus. Nach kurzem Warten Akku wieder rein und neu gebootet. Der Deckel bleibt noch offen, denn man weiß ja nicht, ob das Smartphone noch lebt oder man am Ende die kleinen Kärtchen, SIM und SD, vielleicht ebenfalls wieder rausreißen muss.

Nach 3 Schrecksekunden, die sich wie 10 anfühlten, erschien der ersehnte Bootscreen mit vertrauter Melodie.

Den Rest des Tages lief das Gerät wieder einwandfrei. Sehr mysteriös.

Zweimal ist nicht mehr keinmal

Nach dem Zwischenfall war ich natürlich äußerst skeptisch. So etwas darf eigentlich bei normalem Gebrauch überhaupt nicht vorkommen. Da ich keine außergewöhnlichen Apps installiert oder unübliche Prozesse laufen hatte, war mir vollkommen unklar, woran es gelegen haben könnte. Ich hatte mit meinem Neo auch nicht geschimpft und nix.

Mit zunehmender Beruhigung stellte ich nach einem Tag fest, dass es sich wohl um einen Einzelfall gehandelt hatte.

Und juchu: am Abend darauf war es dann wieder so weit. Als ich im Büro mal kurz aufs Knöpfchen drückte, kam erneut keine Reaktion mehr. Der Screen blieb schwarz und ich wusste, welche Übung jetzt zur Routine werden wollte.

Aber ohne mich.

Gibt ja Szenarien, an die will man gar nicht denken: Ein Notfall, man müsste den Notarzt rufen um ein Leben zu retten, und das Handy ist tot. Oder noch viel schlimmer, man bekommt eine SMS oder eine WhatsApp-Message – und kriegt es nicht mal mit! Unvorstellbar.

Alles zurück auf Start

Mehr als zwei Mal lasse ich mir das nicht bieten. Ich bin zu sensibel für sowas. Vor allem aber zu alt. Das Ding musste zurück an den Absender.

Da ich natürlich meine ganzen Kontakte und weitere persönlichen Informationen inzwischen längst aufgespielt hatte, durfte ich als nächstes den Sicherheitskram erledigen. Ich hab ja schließlich Paranoia. Das Teil einfach zurücksetzen geht nicht, da bleiben alle Daten wiederherstellbar für die nachfolgende Person, die es in die Hand bekommt. Also musste ich es verschlüsseln, bevor ich es in den Werkszustand brachte.

Das bedeutete: Gerät auf über 80% aufladen und am Strom hängen lassen. Dann in Einstellungen (Zahnrad-Symbol) -> Allgemein -> Sicherheit -> Gerät verschlüsseln, dort als Sperrbildschirmtyp Passwort auswählen, eins mit mindestens 6 Zeichen eingeben, wovon wenigstens eines eine Ziffer ist, ganz wie es da steht (meine Android-Version zu diesem Zeitpunkt war 4.3).

Das Verschlüsseln dauerte keine 10 Minuten. Die Warnung von „bis zu einer Stunde“ erschreckte mich also völlig umsonst. Danach löste ich über das Einstellungen-Symbol -> Allgemein -> Sichern und zurücksetzen -> Auf Werkseinstellungen zurücksetzen -> Gerät zurücksetzen die Vernichtung sämtlicher Daten aus.

Tränen ergossen sich über mein Gesicht. Nein, das ist jetzt gelogen. Aber Glückshormone befanden sich kaum in meiner Blutbahn: Alle Einrichtungs-Arbeit der letzten Wochen umsonst!

Ein Einzelfall?

Ich wickelte die Amazon-Rücksendeprozedur ab, brachte das Gerät samt Verpackung wieder so gut es ging in den Originalzustand und sendete es zurück mit dem Hinweis „Defekt“. Zum Glück hatte ich mein S3 noch nicht verkauft. Ohne mobiles Endgerät im Taschenformat wandelt sich ein Städter heutzutage ja binnen Minuten zum Authisten, verhungert, oder ist sonstwie dem Tode geweiht. Aber ich hab doch Familie.

Nun war ich etwas verunsichert. Kauft man in so einem Fall das gleiche Produkt nochmal? Oder ist es vielleicht ein Serienfehler? Was für bange Momente! In welch irrwitzigen Teufelskreis war ich hier geraten? Ich war kurz davor, eine gesonderte Therapiesitzung zu vereinbaren.

Möglicherweise hätte ich auch früher drauf kommen können: Es gibt tatsächlich Suchmaschinen! Und eine solche brachte mir – jetzt erst – die Erkenntnis, dass ich mit dem Problem nicht allein war. Jemand behauptete sogar, eine Lösung dafür zu haben. Man müsse die SD-Karte im neuen Gerät formatieren. Yes!

Freilich gab es eine Stimme, die beteuerte, sie habe das getan und der Fehler trete trotzdem auf, derjenige wies sogar darauf hin, eine Samsung-Karte zu verwenden. Er gab obendrein an, er habe die SD-Karte auch mal ganz entfernt und es hätte nicht geholfen.

Doch solche Stimmen vergisst man ja ganz schnell. Was weiß der schon. Das mit der SD-Karte klingt doch so schlau und plausibel! Da ich diese Neuformatierung nicht vorgenommen hatte – ich erachte das angesichts 50 GB Datenmenge, die ich danach neu kopieren darf, nämlich eigentlich als Frechheit -, ließ ich mir also ein weiteres Gerät gleichen Modells liefern. Diesmal richtete ich es nur mit dem Nötigsten ein und spielte meine Kontaktdaten auf. Ja, und, is klaa, ich formatierte die SD-Karte neu.

Guten Tag, mein Name ist Freeze, Sie kennen mich ja schon

Ein paar Stunden später hatte ich am frühen Abend einen Termin. Ich stieg ins Auto, nahm das neue Note 3 Neo aus meiner Hemdtasche und wollte kurz nochmal die Ziel-Adresse nachsehen, um sie ins Navi zu übertragen.

Ein schwarzes Display grinste mich strahlend an. Auch das neue Teil war schon wieder „eingefroren“. Alle Achtung, es hatte seit dem Auspacken und Aufladen also ganze 4 Stunden fehlerfrei funktioniert! Gemessen an der Komplexität dieses Stücks Technik ist das mindestens bahnbrechend, im Verhältnis zu zuverlässig arbeitenden Geräten aber doch ein klein wenig mau.

Voll routiniert probierte ich gar nicht erst irgendwelche Tricks, sondern spulte sogleich stoisch die Akku-raus-Akku-rein-Prozedur runter. Sie wurde inzwischen dank Schutzhülle um einen weiteren Arbeitsschritt bereichert, der die Begeisterung beinahe ins Unendliche trieb.

Für den Rest des Abends funktionierte das Ding dann wieder einwandfrei. Jedenfalls war der Flachmann in Betrieb, als ich nachts um zwölf daheim ankam.

Lösung gefunden?

Also an der SD-Karte lag es definitiv nicht. Soviel war klar. Ich fragte mich nun, was der Unterschied zwischen dem Note 3 Neo und – zum Beispiel – meinem S3 ist. Oder zu diversen anderen funktionierenden Smartphones. Es musste etwas sein, was im Standby aktiv ist. Vielleicht fand sich so der Fehler.

Offensichtlicher Hauptunterschied: Der Stylus. Was für Funktionen sind in der Samsung-Version von diesem Android 4.3 mit dem Stylus, genannt „S Pen“, verknüpft?

Unter Einstellungen -> Steuerung -> S Pen wurde ich fündig. Dort heißt es gleich im obersten Eintrag Stifterkennung deaktivieren – Deaktivieren der Stifterkennung, wenn der Stift angehängt ist, kann die Akkulaufzeit verlängern. Angehängt? Sprich meine Sprache, du Wurm! So etwas wie eine Möglichkeit zum Anhängen gibt es ja gar nicht. In Ignoration des inakzeptablen Deutsches interpretierte ich diesen Menüpunkt als Prüffunktion, die die Anwesenheit des Stylus im Gehäuse überwacht.

Heißt das jetzt, wenn ich den Stylus rausziehe, kriegt das Note 3 Neo es nicht mehr mit oder wie? Ich setzte also aufs Geratewohl das Häkchen hinter besagtem Eintrag.

Hm. Auf das Entnehmen des S Pen hatte das keinerlei spürbaren Einfluss. Es gibt immer noch ein Geräusch, wenn ich den Stift aus dem Neo ziehe, und immer noch springt der Bildschirm an. Wozu dient dieser Menüpunkt dann eigentlich? Kann man damit einen gelegentlichen „Freeze“ aus- und einschalten? Echt interessantes Feature. Ist vielleicht hilfreich, um das Neo eines Freundes zu sabotieren…

Ohne mich weiter um diese Frage zu kümmern – später reiche ich damit zusammenhängenden eventuellen Wissenszuwachs an dieser Stelle gerne noch nach – kann ich sagen, dass mein Samsung Note 3 Neo nun, heute ist der Dienstag, 30. September 2014, seit 5 Tagen stabil läuft. Freilich ist das noch zu kurz, um wirklich Entwarnung geben zu können. Und freilich sind es immer bange 2 Sekunden, wenn ich auf den Home-Button drücke, um geschwind die Uhrzeit abzulesen. Bleibt das Display schwarz und ich werde schwarz vor Ärger oder tut es, was es soll?

Bis jetzt ist es lieb.

Ob seine Stimmung schwankt, weiß ich aber immer erst nach Knopfdruck. Vielleicht sollte ich mittels einer App die Status-LED alle 20 Sekunden blinken lassen, dürfte ja kaum Strom kosten. Möglichst in gelb. Das bedeutet dann „Hurra, ich lebe noch!“

Mein perfektes Smartphone / Phablet

Allen Unkenrufen zum Trotz möchte ich hier eines klarstellen: Das Samsung Note 3 Neo ist für mich das beste Smartphone, das ich je hatte! Die Bedienung mit dem Stylus klappt wunderbar, der Akku hält sensationell lange (mein Hauptkriterium) und die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist blendend. Alles läuft flüssig und ohne Ruckelei trotz aktiviertem Energiesparmodus. Das WLAN bleibt im Standby an, wenn ich das will, denn ich habe auf diesem Gerät ja keine Akkuspar-Apps nötig, die diese Funktionalität dauerhaft kaputtmachen. Anrufer klingen laut und deutlich (außer die, die von iPhones aus anrufen – WAR ‚N WITZ!) und meine Stimme klingt für andere gut, wenn ich sie anrufe (zumindest vor dem Wiesn-Besuch). Zu den Kameras gebe ich keine Bewertungen ab, denn ich benutze für Fotografie und Film nach wie vor separate technische Vorrichtungen, wie Sony DigiCam und Panasonic VideoCam.

Wer sich dennoch ein Bild von den Kameras des Note 3 Neo machen möchte, dem habe ich hier geschwind ein komplett unbearbeitetes Bild (1,7 MB) meiner schwarzen Tastatur am Arbeitsplatz hinterlegt, das ich soeben bei denkbar schlechten Lichtverhältnissen gemacht habe (halbverschlossene Rollo-Lamellen am Fenster, draußen bedeckter Himmel zuzüglich 3W-LED-Lampe in 2m Entfernung). Als Vergleich noch ein grade eben mit der Hauptkamera geschossenes Tageslicht-Foto eines Baumes im Hinterhof (4,4 MB!) und eines mit der Gesichtskamera erzeugten Fotos auf der Dachterrasse (1 MB), beide ebenfalls unter bedecktem Himmel. Wenn man sich eine bessere Witterung sucht und mehr ums Fotografieren bemüht ist, als ich eben, gelingen die Bilder bestimmt noch viel besser.
Achtung, die Fotos sind übergroß und werden vom Browser verkleinert.

All diesen Spaß gibt es zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis, wie ich finde!

Übrigens empfiehlt es sich nicht, für das Note 3 Neo eine Displayschutzfolie zu verwenden. Der Stylus gleitet dann nicht mehr und wird dadurch – aus meiner Sicht jedenfalls – unbenutzbar. Aber mir ist es ohnehin noch bei keinem Smartphone (bisher waren es allerdings nur Samsungs) gelungen, das folienlose Display zu verkratzen.

Ich halte diesen Thread aktuell und ergänze ihn ständig, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Und wie immer, vielen Dank fürs Gespräch!

Nachtrag 3.10.14:
Nun läuft mein Neo bereits seit 8 Tagen stabil. Das WLAN ist durchgehend an (außer wenn der Router ausgeschaltet ist) und ich habe das Gerät noch kein einziges Mal neu gebootet.  Es sieht für mich tatsächlich so aus, als wäre das Problem behoben.

Nachtrag 10.10.14:
Auch während einer weiteren Woche ist der Fehler nie wieder aufgetreten.
Soeben habe ich das Update auf Android 4.4.2 aufgespielt. Ich werde nun das Häkchen unter oben zitiertem Eintrag wieder entfernen, um zu testen, ob der „Freeze-Bug“ mit dem neuen Update beseitigt wurde.

Nachtrag 29.12.14:
Es ist mittlerweile erwiesen: Mit dem Update auf Android 4.4.2 wurde der Bug offensichtlich seitens Samsung entfernt. Zahlreiche Rücksendungen diverser Kunden, Ärger in Foren, Reklamationen, Supportanfragen, alles mal wieder umsonst. Wäre interessant zu wissen, wie viele Menschen von diesem Fehler betroffen waren.

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